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Aus der futuristischen Essay-Serie VISIONEN FÜR DEUTSCHLAND: Überarbeitung vom 11.8.2026 VORWORT des Autors: Deutschland
tut sich unendlich schwer mit sich selbst. Nach zwei verlorenen
Weltkriegen, langer Besetzung und untertäniger Orientierung an den
Besatzern, ist das gegenwärtige deutsche Selbstverständnis ein einziger
riesiger Minderwertigkeitskomplex als Gegenreaktion auf den
katastrophalen Grössenwahn des zweiten und dritten Reichs. Stolz auf das eigene Land zu sein gilt als Todsünde und wer
die Fahne der demokratischen Republik allzu offen zeigt, wird gleich
als rechtsextrem gedeutet als hätte er die verpöhnte Reichsflagge
gehisst und sich als Nazi geoutet. Das Peinlichste an Deutschland ist
seine sich weitervererbende Scham für sich selbst. Das will ich hiermit
ändern. Nicht aus zu recht untergegangenem nationalistischem
Eigendünkel, sondern aus einer langen und unendlich reichen kulturellen
Tradition heraus, ohne die die Menschheitsgeschichte nicht die wäre,
die sie geworden ist. Deutschland ist für mich das Land der Dichter und
Denker, der Forscher und Erfinder, der Künstler und Kulturschaffenden -
und soll es auch noch lange bleiben. Diese gute alte Tradition gilt es
meines Erachtens nach weiterzuführen. Dafür will ich mich mit meinen
Zukunftsvisionen für Deutschland einsetzen.
WAS IST DEUTSCH? - DEUTSCH ALS KULTURRAUM Was ist deutsch? Welche Leitkultur wollen wir als deutschsprachige Gesellschaft für die Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft definieren und realisieren? Diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten und rufen in vielen Deutschen gemischte Gefühle hervor, da die deutsche Gesellschaft nach zwei verlorenen Weltkriegen kein gesundes, entspanntes Verhältnis mehr zu ihrer eigenen Identität hat. Das gilt insbesondere für den Nationalismus, in dem sich eine Gesellschaft über ihre territorialen Grenzen und Staatsbildung definiert sowie über völkische Werte. Nach dem Trauma des Nationalsozialismus tun sich Deutsche mit solchen Identifikationsmodellen schwer, ja sogar die blosse Verwendung des Wortes "Volk" kann schon negative Assoziationen an eine unschöne "völkische" Vergangenheit wecken. Der nationalsozialistische Versuch, deutsch als Rasse zu definieren, endete nicht nur in einer Katastrophe für unzählige als "undeutsch" definierte Mitmenschen, Nachbarvölker und die letzlich besiegten und mit ihrer eigenen Unmenschlichkeit konfrontierten Deutschen selbst, sondern kann auch als wissenschaftlich komplett unsinnig gelten, angesichts der Tatsache, dass die fruchtbare Mitte Europas seit Jahrtausenden ein hochfrequentiertes Einwanderungsland ist, in dem sämtlche Rassen sich durchmischen und selbst die dominanten germanischen Einflüsse genetisch nur etwa ein Drittel des gemeinsamen Genpools stellen. Deutsch lässt sich also keinesfalls biologisch definieren. Eine viel sinnvollere Definition wäre eine kulturelle und vor allem sprachliche, die sich aber nicht an den Grenzen der Bundesrepublik Deutschland festmachen lässt, sondern den deutschsprachigen Raum mehrerer Nationalstaaten sowie deutschsprachige Auslandsexklaven umfasst. Ausserdem kann eine solche Definition nur grundsätzlich schwammig sein, weil die deutsche Kultur und Sprache seit langem ständig von anderen Kulturen und Sprachen beeinflusst, durchmischt und bereichert wird und eine solche Wirkung ihrerseits auf andere Kulturen und Sprachen ausübt. De facto existiert deutsch bereits als solch internationaler Kulturraum, in dem z.B. mehrere deutschsprachige Nationalstaaten die hochdeutsche Sprache miteinander teilen und deren Normen miteinander abgleichen. Wir könnten hier vom "hochdeutschen Sprachraum" sprechen, der sich letztlich netzwerkartig rund um die ganze Erde spannt und in Zentraleuropa seine geographische Mitte hat. Ein so definiertes Deutschtum braucht keinen Nationalismus, sondern ein weltläufiges Kosmopolitentum, das sich anderen Kulturen öffnet und als integrales Teil der globalen Menschheitsgemeinschaft empfindet. Zum "hochdeutschen Sprachraum" gehört auch die "deutsche Hochkultur", die man als gemeinsames Erbe vieler Generationen von Dichtern und Denkern, Komponisten und Malern, Forschern und Ingenieuren sowie sonstiger Kulturschaffender deutscher Sprache definieren kann, sowie die "deutsche Allgemeinkultur" oder "Volkskultur" in all ihren Subkulturen und individuellen Facetten, Dialekten und regionalen Eigenheiten. Insgesamt könnte man deutsch also als kosmopolitischen "Kulturraum" definieren - und würde damit eigentlich nur den schon gegebenen Verhältnissen der deutschsprachigen Gesellschaften miteinander entsprechen. Jene könnten sich auch weiterhin in Nationalstaaten oder als Kulturexklaven organisieren, ohne dass dies dem gemeinsamen deutschen Kuturraum und einer gemeinsamen deutschsprachigen Identität widersprechen würde. In meinen nachfolgenden Überlegungen werde ich daher vom kosmopolitischen deutschsprachigen Kulturraum als sinnvollste Definition eines zeitgemässen "Deutschtums" ausgehen und diese Idee konsequent weiter ausspinnen. KULTUREVOLUTION
Die deutsche Kultur hat eine lange und reiche Evolution hinter sich, die noch lange nicht zuende ist. Musik, Künste, Philosophie, Wissenschaften und Technik haben ein hohes Niveau erreicht. Bildung ist ein massiver Grundpfeiler angewandter Hochkultur geworden. Viele gesellschaftliche Strukturen und Organisationen sind organisch ausbalanciert gewachsen und ermöglichen Gesellschaftssysteme, die zuverlässig funktionieren. Dieser kulturelle Erfolg animiert zur Fortsetzung. Das Bildungsniveau der Bevölkerung konsequent zu steigern, den menschlichen Geist mit Kunst und Philosophie zu weiten, forschend neues Wissen zu schaffen, ingenieurstechnisch wachsenden Wohlstand zu erzeugen und politisch ausgewogene Systemstrukturen auszufeilen, scheint eine gute Aussicht auf eine angenehme gesellschaftliche Zukunft zu bieten. Ich nenne dieses Konzept gerne "KULTUREVOLUTION". Es mag als der grosse Attraktor deutscher Kulturentwicklung im beginnenden 3. nachchristlichen Jahrtausend gelten. Evolution ist hier nicht im unbewusst ablaufenden biologischen Sinne gemeint, sondern im bewusst betriebenen kulturellen Sinne. Mensch und Gesellschaft als Kulturschaffende und Kulturweiterentwickelnde können ihre persönliche wie kollektive Evolution nach eigenen und gemeinsamen Wünschen gezielt in bestimmte Richtungen treiben. Das Hauptmerkmal kutureller Evolution wäre dann eine messbar sich steigernde Komplexität, Innovation und psychische wie physische Potenz der entsprechend evolvierenden Kultur und ihrer Menschen. Das Menschenbild der Kulturevolution kann nur jenes des Menschen als Schöpfer sein. Der Mensch als bewusster Meister seiner natürlichen Antriebe, gekonnter Schöpfer seines Lebenswegs und empathischer Mitgestalter unser aller gemeinsamer Welt ist gefragt. Das Leben als Kunst zu betreiben und Gesellschaft als Hochkultur zu verwirklichen, sollte als höchster persönlicher und gemeinsamer Wert gelten. Lebenslang mit ungezähmter Neugier freudig zu lernen, charakterlich zu wachsen und weise zu werden, sich sinnvoll in das grössere Gesellschaftsganze einzubringen und dies mit zunehmenden Einsichten, Fähigkeiten und Werken zu bereichern, kann als Attraktor für persönliche und kollevtive Evolution wirken. Die Gesellschaft als Ganzes sowie wir Menschen gegenüber uns selbst und unseren Mitmenschen können solche Haltungen gewollt und gezielt fördern. Wir können uns selbst und einander zum gemeinsamen Schöpferleben begeistern, unser persönliches Grösstmöglichstes verwirklichen und unsere kollektive Intelligenz konsequent beharrlich steigern. DIE WUNDEN DER GESCHICHTE HEILEN
Um das Schöpferische in Mensch und Gesellschaft voll zur Entfaltung zu bringen, bedarf es allerdings erst der Befreiung und Heilung von überalterten, unterdrückerischen Gesellschaftsstrukturen und hemmender persönlicher Traumata, die über die Jahrhunderte und Jahrtausende monarchischer und imperialer, religiöser und ideologischer Herrschaft dazu dienten, ganze Bevölkerungsgruppen klein und ausbeutbar zu halten. Der Mensch als freier Schöpfer statt als dienstbare Arbeitsmaschine ist erst seit der fortgeschrittenen industriellen Revolution sowie der Entmachtung der Monarchie für die breite Bevölkerung überhaupt denkbar. Das Schulsystem sowie viele andere gesellschaftliche Institutionen und Traditionen prägen die meisten Menschen aber noch immer auf Untertanengeist für die einen und Machtgier für die anderen und schaffen damit selbst in den freiheitlichsten Demokratien noch immer die alte patriarchale Machtpyramide von Herrschern und Beherrschten, häufig im Verhältnis von Ausbeutern und Ausgebeuteten. Diese überalterte und ungerechte Gesellschaftsform schafft enormes persönliches und gesellschaftliches Leid durch die Niederhaltung der Menschen in unwürdiger Knechtschaft und würdeloser Herrschaft. Dies persönlich zu erkennen und zu heilen sowie sich gemeinsam zu reflektieren und davon zu befreien, ist Grundbedingung für jede Form wahrhaft heiler, freier Kultur. Der freie, heile Mensch in einer freien, heilen Gesellschaft sollte unser Entwicklungsleitbild sein. Unser Freiheitsbild sollte ein liebevolles und schöpferisches Mit-sich-selbst-und-einander sein, in dem der Einzelne und die Gesellschaft einander in ihrer Entfaltung bestärken und beflügeln. Je freier die Menschen auf heilsame Weise werden, desto freier und heilsamer wird ihre Gesellschaft auf sie zurückwirken und umgekehrt. DEMOKRATISIERUNG
Die Demokratie ist jene politische Gesellschaftsform, die dem Menschen von seiner altgewachsenen bio-sozio-kulturellen Natur her am angemessensten scheint, da sie in ihren Wurzeln auf den uralten Stammesrat zurückgeht, in dem die Stammesgemeinschaft ihre Entscheidungen beriet. Obwohl sie in der deutschen Geschichte tief verankert ist, etwa in Form des germanischen Thing, ist sie nach vielen Jahrhunderten der Monarchie für die gegenwärtige deutsche Gesellschaft doch wieder ziemlich neu und noch lange nicht voll verwirklicht. Der westdeutsche Altbunderkanzler Willy Brandt mit seinem Wahlkampfmotto "Mehr Demokratie wagen!" sah die damalige BRD ganz richtig erst auf dem schrittweisen Weg zur voll verwirklichten Demokratie - und das gilt nicht nur bis heute, sondern im Gegenteil: Die konstante Neigung staatlicher Institutionen und privater Korporationen, ihre Macht allmählich immer mehr auf Kosten der Bürger und Arbeitnehmer auszuweiten, hat eher wieder für einen Abbau der Demokratie gesorgt und ruft daher erst recht zur weiteren Demokratisierung auf. Die alten herrschaftlichen Denkweisen und Systemstrukturen sind noch lange nicht tot und sorgen für einen konstanten, massiven Sog in alte authoritäre Verhältnisse zurück. Die sehr neue und junge Demokratie will daher ganz besonders gewürdigt, gefördert und gepflegt werden, wenn man es mit ihr denn wirklich ernst meint. Und wer frei sein will, sollte dies ernst nehmen und Demokratisierung als eine der ersten, selbstgewählten Bügerpflichten mit vorantreiben. Zur konsequenten Demokratisierung gehört die Förderung des freien Eigenwillens des Individuums, die Entwicklung einer empathischen, toleranten und vielperspektivischen Diskussionskultur, gemeinsame Gruppenrituale, mit denen die vielgesichtige und vielschichtige Bevölkerung sich auf eine gemeinsam geteilte Kultur einschwingen kann und gesellschaftliche Institutionen und Traditionen, die komplexe politische Entscheidungsfindungen auf dem grössten gemeinsamen Nenner ermöglichen, bei dem alle insgesamt gewinnen. Inwieweit die deutsche Kultur nach unzähligen Generationen herrschaftlicher Gesellschaftsstrukturen in der Lage sein wird, sich immer weiter konsequent zu demokratisieren und authoritäre Rückfälle möglichst zu verhindern, wird darüber entscheiden, wieviel Freiheit im deutschen Kulturraum möglich ist und wie heil die Gesellschaft als ganzes sein wird. Für die Deutsch-Schweizer, die das Problem der Monarchie schon vor Jahrhunderten gelöst haben und als Europas einzige direkte Volksdemokratie gelten können, mag der Umgang mit diesem Thema deutlich entspannter sein als für Deutsche und Österreicher mit ihrer bösen imperialen Vorgeschichte. Dennoch gilt auch und vielleicht ganz besonders für sie, dass sie sich die patriarchalen Strukturen und Traditionen ihrer Gesellschaft ganz genau anschauen sollten, denn diese sind weit älter als nur die letzten Jahrhunderte. Die Schweiz ist eine der konservativsten und spiessigsten Gesellschaften, die man in Europa findet. Das hat seine tieferen Gründe, die genau durchleuchtet und erlöst werden wollen. Den meisten anderen Mitgliedern des deutschen Kulturraums sollte dagegen durchaus klar sein, wie enorm wichtig die kritische Reflektion der Gesellschaftsgeschichte für die weitere politische Entwicklung ist. DEN AMERIKANISCHEN FITTICHEN ENTWACHSEN
Deutschland hat sich nach dem verlorenen Weltkrieg bereitwillig den
Siegermächten unterworfen, insbesondere den beiden Supermächten, im
Osten den Russen, im Westen den Amerikanern. Nachdem die Russen nach
dem Zusammenbruch der Sowjetunion sich aus Ostdeutschland zurückgezogen
haben, hat sich ganz Deutschland den Amerikanern unterworfen. Mehr
freiwillig als gezwungenermassen. Amerika wurde als der grosse Bruder
anerkannt, den man sich als kulturelles Rollenvorbild nimmt, an dem man
die eigene Kultur ausrichtet. Doch einmal völlig davon abgesehen, dass
dies von deutscher Seite aus für einen krankhaften
Minderwertigkeitskomplex für die eigene Hochkultur als Land der Dichter
und Denker spricht, hat Amerika schlichtweg KEINE KULTUR und macht
genau das zu seiner zentralen Botschaft. Der Held in einem typischen
Hollywoodfilm ist selten der Schlaueste, Beste, Menschlichste seiner
Art, der den anderen als leuchtendes Rollenvorbild zur persönlichen
oder kollektiven Höherentwicklung gelten könnte, sondern meist ein
möglichst durchschnittlicher Idiot, der trotz seiner unverblümten
Dummheit gewinnt. Der Ansatz, den ganz gewöhnlichen Menschen zum Helden
zu machen, mag ja einer Demokratie eigentlich ganz gut zu Gesicht
stehen, aber den Durchschnittsmenschen als Idioten darzustellen und zu
feiern, ist einfach nur dumme und dümmstmögliche Barbarei, hinter der
sich eigentlich ein brachialer Raubtierkapitalismus verbirgt, dessen
Eliten schamlos die eigene Bevölkerung verdummen und ausbeuten und das
dann zynisch als die Heimat der Freien freiern. Was die letzten
Jahrzehnte aus den USA als kultureller Import nach Deutschland kam war
zumeist eine wirre kollektive Geisteskrankheit nach der anderen. Ein
blutiger Krieg um ÖL und Rohstoffe nach dem anderen, der als Siegeszug
der Demokratie verkauft wurde und damit die westliche Demokratie in der
ganzen Welt diffamiert hat. Der Kulturkrieg, mit dem amerikanische
Eliten die eigene Bevölkerung Links gegen Rechts, Mann gegen Frau,
Rasse gegen Rasse aufgehetzt haben, um sie besser beherrschen und
ausbeuten zu können, hat auch die deutsche Gesellschaft gründlich
zerspalten und vergiftet. Die ganze amerikanische Lebenshaltung ist die
eines Schulhofbullies, der andere einfach zum Spass tyrannisiert und
meint, absolut alles machen zu können, was er will. Mit dieser Haltung
hat Amerika sich einen ganzen Kontinent gegen den Willen seiner
Ureinwohner gewaltsam erobert, dessen Natur innerhalb weniger
Generationen systematisch zerstört und in eine der hässlichsten
Zivilisationen, die Menschen je errichtet haben, verwandelt, um darin
ein Volk von Degenerierten grosszuziehen, das man als
Entwicklungsvorbild dem ganzen Rest der Menschheit ungefragt auf´s Auge
drückt. Wer diesen Dreck nicht fressen will, bekommt persönlich Besuch
vom CIA, womöglich einen gewaltsamen politischen Führungswechsel,
wenn´s sein muss auch einen Bombenhagel für die unwillige Bevölkerung.
Die USA ist das komplette Gegenteil von dem, was sie von sich zu sein
behauptet. Und die letzten Jahre ist diese Verrohung und Verrottung für
alle Welt so offenkundig geworden, dass jetzt keiner mehr mit den
Amerikanern zu tun haben will, nicht einmal die einst engsten
Verbündeten. Mit gutem Recht. Möge das amerikanische Imperium an seiner
eigenen Degeneration und Korruption zugrunde gehen, den Rest der Welt
in Ruhe lassen und sich endlich einmal die Zeit für eine eigene
kuturelle Reifung nehmen. Deutschland jedenfalls sollte sich die
Amerikaner als Rollenvorbild des grossen Bruders dringendst abschminken
und sich statt dessen besser auf die Weiterentwicklung der eigenen
deutschen und europäschen Hochkultur konzentrieren. Nicht im Sinne der
Fortsetzung alter eigener Sünden wie der Herrenmenschenmentalität der
Kolonialzeit und der Nazis, sondern im Sinne erfolgreich altgewachsener
deutscher Kultur, von einer hochstehenden Handwerkstradition,
Industrieleistung, Forschungskultur und Kunstsinnigkeit geleitet.
Deutschland kann auf die Simpsons als billige Rollenvorbilder aus
Übersee gerne verzichten, denn es hat zuhauf weitaus bessere heimische
Vorbilder. Hier gilt es aus der deutschen Erbschuld und
Kulturscham des verlorenen zweiten Weltkriegs endgültig auszusteigen
und ein gesundes Selbstbewusstsein für die eigenen kulturellen Werte zu
entwickeln. Mit dieser Haltung kann man dann gerne weiter diplomatische
und persönliche Verbindungen mit den USA unterhalten, ohne deren Kultur
gleich automatisch in den Arsch kriechen zu müssen. Schliesslich hat
auch ein guter Teil der amerikanischen Bevölkerung deutsche
Einwandererwurzeln. Grund genug, die USA nicht in ihrem selbstgemachten
Kulturkampf untergehen zu lassen, sondern ihr deutsche Hochkultur zur
besseren Orientierung vorzuleben. Es wird höchste Zeit, den Spiess der
Geschichte jetzt umzudrehen und den Amerikanern mit deutscher Kultur
die Entwicklungshilfe zu bieten, die sie so dringend brauchen, um ihrer
gesellschaftlichen Barbarei zu entkommen.
ZWANGSERZIEHUNG DURCH FREIWILLIGE LERNFREUDE ERSETZEN
Das deutsche Erziehungswesen ist im vorletzten Jahrhundert
stehengeblieben und bedarf dringender Reformen. Noch immer wird in
deutschen Schulen der authoritäre Frontalunterricht zwangsverordnet,
mit dem die Preussen einst gehorsame Soldaten für ihr Militär
dressierten und die Industrie sich später willige Arbeitssklaven
züchtete. Dies ist ein Erziehungssystem zu Befehl und Gehorsam,
dass einer angeblich freiheitlich-demokratischen Gesellschaft zutiefst
zuwider sein müsste. Hier lernen Schüler nicht selbständig zu denken
und sich demokratisch selbstzuorganisieren, sondern vorgegebenes
"Wissen" nachzuplappern und ohne Widerspruch zu machen, was man ihnen
sagt. Eine Qual für unzählige junge Menschen, die ihre Kindheit und
Jugend hier vergeuden müssen, nur um mit dem Schulabschluss gelernt zu
haben, sich selbst aufzugeben und brav der Herde nachzulaufen. Wer als
Erwachsener dann seine Neugier noch nicht völlig verloren hat und die
diversen Erziehungsalternativen der freiwilligen Erwachsenenbildung
kennenlernt, stellt schnell fest, dass die deutsche Schule überhaupt
nicht zum Lernen gemacht, sondern ausdrücklich auf Dressur ausgerichtet
ist. Und das mit einem weltweit einzigartigen Schulzwang, dank dem
Eltern ihre Kinder einfach weggenommen werden, wenn diese sich gegen
die Zwangsdressur ihres Nachwuchses wehren.
Immerhin muss man sagen, dass es gerade aufgrund der massiven Unzulänglichkeiten der Regelschule sowie des Widerstands vieler Eltern aber zwischenzeitlich einige alternative Schulansätze in Deutschland gibt, die auch offiziell anerkannt werden, wie etwa Waldorf- und Montessori-Schulen oder freie Schulen mit unterschiedlichen Erziehungskonzepten. Es besteht also durchaus Hoffnung. Doch wer einmal hinter die Kulissen des Regelschulbetriebs geschaut hat und weiss, wie Lehrpläne geschrieben werden, der weiss auch, dass viele Pädagogen selbst das preussische Model der Regelschule kritisieren, aber wenig daran ändern können, da die eigentlichen Entscheider in der Politik sitzen und von der Industrie gekauft sind, die weiterhin wilige Arbeitssklaven fordert. Wenn man weiss, dass die deutsche Wirtschaft im Industriezeitalter eingeschlafen ist und einfach nicht verstehen will, dass das längst angebrochene Informationszeitalter kreative Mitdenker und Mitschöpfer erfodert statt gehorsame Arbeiter, versteht man auch, warum Deutschland wirtschaftlich immer stärker kriselt. Das Schulsystem erzieht konsequent an den tatsächlichen Bedürfnissen wirtschaftlich-technischen Fortschritts vorbei in den leere Raum eines vergangenen Zeitalters hinein. Genau dies wird aber zunehmend zu einem der stärksten Motive für eine jetzt immer drängender anstehende Schulreform, die immer vehementer von immer mehr Menschen gefordert wird, einschliesslich frustrierter Pädagogen, die verstehen, dass ihre Lehre nichts sinnvolles lehrt. Damit stellt sich natürlich die Frage, wie ein reformiertes Schulsystem denn aussehen könnte. Sinnvolle Orientierung können dabei die schon existierenden alternativen Schulmodelle bieten. Ich will im Folgenden die groben Grundzüge einer solchen Schule zu skizzieren versuchen. Zunächst einmal gilt es, den Schulzwang durch freiwilliges Lernenwollen zu ersetzen. Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen einfach nicht aufhören "Warum? Warum?" zu fragen. Diese natürliche Neugier kann man mit Erziehungskonzepten fördern, die die Kinder zum lernfreudigen Sich-das-Leben-erspielen einladen. Lernen mit Spass am Spiel ist so natürlich, dass man es schon in primitiven Jäger- und Sammlerkulturen beobachten kann. Deren Kinder gehen von sich aus auf Erwachsene zu und fordern die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten von ihnen ein, die sie dann in der Kinderrunde im Spiel freiwillig einüben. Kinder muss man nicht zum Lernen zwingen, sondern kann sie mit ihrem eigenen Spieltrieb zum Lernen verführen. Ein guter Pädagoge kennt genug Möglichkeiten, in den Kindern Interessen zu wecken, ihre Neugier zu animieren und ihren Spieltrieb zum systematischen Erarbeiten eines Lehrstoffes zu nutzen. Wenn Kinder freiwillig in die Schule gehen wollen, kann das Schulsystem tatsächlich als kindergerecht gelten. Darüber hinaus sollte eine offiziell freiheitlich-demokratische Gesellschaft auch den Unterricht demokratisieren und den Schülern ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des Unterrichts und des Schulbetriebs einräumen. Wenn die Schüler das Gefühl haben, selbstbestimmt lernen zu können, was und wie sie wollen, sind sie auch bereit, sich für IHRE Schule und IHREN Unterricht einzusetzen. Dabei können sie so ganz nebenbei angewandte Demokratie einüben, eine politische Diskussionskultur und Entscheidungsfindungsprozesse entwickeln, andere Perspektiven in ihre eigenen Überlegungen miteinbeziehen und lernen sich für die Gemeinschaft einzusetzen und insbesondere sich für Schwächere stark zu machen. Eine Gesellschaft, die Demokratie nicht nur als politische Tarnung für ein tatsächlich bestehendes Herrschaftssystem nutzen will, kann eine solch frühzeitige und freiwillige Ausbildung von Demokraten nur ein Segen sein. Und so gilt ganz generell, dass Schule dazu dienen sollte, für´s Leben zu lernen statt für´s System. Dementsprechend wird der Unterrichtsstoff auch ein komplett anderer sein als in der heutigen Regelschule, die einem einfach nur toten Lehrstoff eintrichtert, der nach der nächsten Prüfung bereits vergessen ist, weil er keine echte Lebensrelevanz hat. Viel wichtiger wäre dagegen zu lernen, wie man tatsächlich selbständig denkt, seine eigenen Gefühle und Antriebe reguliert, fruchtbar miteinander kommuniziert, miteinander Projekte in Teamarbeit realisiert und eine gemeinsame Kultur miteinander erschafft. Fähigkeiten, mit denen man im realen Leben tatsächlich etwas anfangen kann. Spezifische Lehrstoffe wie Lesen, Schreiben, Reden oder Rechnen sowie faktisches Wissen kann man sich dabei so ganz nebenher spielerisch erschliessen. Konkrete gemeinsame Gruppenprojekte sind dafür ideal geeignet und bereiten die Schüler optimal auf eine spätere Zusammenarbeit im erwachsenen Berufsleben vor. Pädagogische Ansätze und Erfahrungswerte hierzu sind bereits reichlich vorhanden und können entsprechend genutzt und weiterentwickelt werden. Wir könnten schon längst ein so traumhaftes Schulsystem haben, in das man Kinder nicht hinein- und hindurchzwingen müsste, sondern ihnen spielend beibringen könnte, sich freiwillig gesellschaftlich zu engagieren. Worauf also warten wir noch? Realisieren wir es!
Fortsetzung folgt ...
Dieser Text befindet sich in weiterer schubweiser Ausarbeitung. Wenn die Inspiration mich das nächste Mal packt, werde ich an dieser Stelle weiterarbeiten. Bis dahin bitte ich um Geduld und Vorfreude ... Vorerst geplante Themen: - Sprache kultivieren Stichworte: - Mit Sprache Bewussstsein schaffen - Sich mit Sprache exakt ausdrücken *** |
